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Dekarbonisierung: CO₂-Emissionen im Gebäudesektor verringern
5 Minutes Read
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January 3, 2024
Summary
Obwohl "Dekarbonisierung" zunächst nur nach einer Reduzierung von Kohlendioxid klingt, steht der Begriff jedoch in Wirklichkeit für einen massiven Umbau der Art und Weise, wie wir wirtschaften, leben und bauen. Die Dekarbonisierung meint dabei nicht weniger als die Umstellung unserer kompletten Wirtschaftsweise auf Alternativen, die weniger CO₂ ausstoßen. Dieser Prozess ist aber vor allem bei CO₂-Emissionen im Gebäudesektor kein Sprint, sondern ein ausgewachsener Marathon.
Der zudem auch noch als Staffellauf ausgetragen wird. Denn der Gebäudesektor verbraucht zwar 35 Prozent der Endenergie in Deutschland und verursacht 30 Prozent aller CO₂-Emissionen, ist aber letztlich auch nur ein Teilaspekt des Gesamtausstoßes und -verbrauchs neben anderen Sektoren.
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Um die Dekarbonisierung im Gebäudesektor und damit auch die Reduktion der CO₂-Emissionen voranzutreiben, wurden in den vergangenen Jahren einige Maßnahmen getroffen, um die Energieeffizienz von Gebäuden nachhaltig zu erhöhen. Wir zeigen in diesem Artikel, wie sie sich in der Praxis konkret auswirken und wo weitere Stellschrauben liegen, um CO₂-Emissionen auch in der Baubranche nachhaltig zu verringern.
Das Wichtigste in Kürze
Der Gebäudesektor ist einer der Hauptverursacher weltweiter CO₂-Emissionen.
Insbesondere Bestandsgebäude spielen eine entscheidende Rolle bei der Emissionsreduzierung.
Digitalisierung bietet effektive Werkzeuge zur Dekarbonisierung der Baubranche, einschließlich präziser Planung, intelligenter Energieverwaltung und nachhaltiger Lieferketten.
Warum spielen CO₂-Emissionen im Gebäudesektor eine so große Rolle?
Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, hat Deutschland unterschiedliche Wirtschaftsbereiche mit jeweils eigenen Grenzwerten für den CO₂-Ausstoß definiert – beispielsweise für Verkehr oder die produzierende Industrie.
Der Gebäudesektor macht insgesamt 35 Prozent des Gesamtausstoßes aus: In 2022 lag er mit 112 Millionen ausgestoßenem Tonnen CO₂ immer noch knapp über der Grenze von 108 Millionen erlaubten Tonnen CO₂. Die Erhöhung der Energieeffizienz ist also ein gewaltiger Faktor bei der Bekämpfung des Klimawandels.
Die Quantität der Emissionen und der Energiebedarf im Gebäudesektor
Der Gebäudesektor ist nicht nur wegen des hohen Kohlendioxid-Ausstoßes von großer Relevanz, sondern auch wegen seines beträchtlichen Energiebedarfs. Heizung, Kühlung, Beleuchtung und elektrische Geräte in Gebäuden verbrauchen eine erhebliche Menge an Energie, die oft aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird.
Langfristige Auswirkungen ineffizienter Gebäude
Ein zusätzlicher Aspekt ist die lange Lebensdauer von Gebäuden, schließlich stehen die meisten Bauwerke über Jahrzehnte. Ineffiziente Konstruktionen, die heute errichtet werden, sind dementsprechend noch viele Jahre in Betrieb und verursachen weiterhin konstant hohe Emissionen.
Daher ist es entscheidend, bereits bei der Planung von Gebäuden auf energieeffiziente Technologien und nachhaltige Baumaterialien zu setzen.
Die Rolle des Gebäudesektors im globalen Klimawandel
Die Baubranche ist keine nationale Insel. Angesichts der Tatsache, dass der Klimawandel ein globales Problem ist, müssen wir die Emissionen aus allen Sektoren reduzieren, um die Erderwärmung einzudämmen – das gilt entsprechend auch für den CO₂-Ausstoß der Bauindustrie Deutschlands und weltweit.
Die Gebäudebranche trägt erheblich zur Verschärfung dieses Problems bei, ist jedoch gleichzeitig auch Teil der Lösung. Denn durch die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Gebäudesektor kann ein maßgeblicher Beitrag zur Verringerung der globalen CO₂-Belastung geleistet und damit dem Klimawandel entgegenwirkt werden.
Wie viel CO₂ entsteht beim Bau von neuen Gebäuden und welche Rolle spielen Bestandsgebäude?
Neu errichtete Gebäude sind zweifellos ein bedeutender Faktor bei der Entstehung von CO₂-Emissionen im Baubereich. Laut aktuellen Schätzungen verursacht der Bau und Betrieb von Gebäuden weltweit etwa 40 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen.
Doch es reicht nicht, nur künftige Bauwerke zu berücksichtigen. Denn hier lassen sich im Vorfeld während der Planung und Konzeption vergleichsweise einfach Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz der Gebäude berücksichtigen. Bestandsimmobilien hingegen machen den weitaus größeren Teil der Gebäudewirtschaft aus und sind in der energetischen Sanierung deutlich aufwendiger.
Die Umweltauswirkungen von Neubauten
Neue Gebäude erfordern nicht nur eine große Menge an Ressourcen wie Beton, Stahl, Holz und Energie für die Herstellung von Baumaterialien, sondern verursachen auch Emissionen während der Bauphase. Allein der Herstellungsprozess von Zement, einem Hauptbestandteil von Beton, trägt weltweit etwa 8 Prozent der globalen CO₂-Emissionen bei. Baumaschinen, Transport und die eigentlichen Bauprozesse verursachen meist zusätzlichen CO₂-Ausstoß.
Bestandsgebäude als Schlüssel zur Nachhaltigkeit
Eine nachhaltige Modernisierung von bestehenden Gebäuden kann zu erheblichen Einsparungen führen. Tatsächlich schätzen Experten, dass eine effektive energetische Sanierung von Bestandsgebäuden den Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent reduzieren kann. Dies entspricht einer erheblichen Senkung der CO₂-Emissionen von Bestandsgebäuden. In diesem Kontext sind auch Initiativen des Gesetzgebers wie das Gebäudeenergiegesetz zu sehen.
Wie können CO₂-Emissionen im Gebäudesektor reduziert werden?
Die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Gebäudesektor ist essenziell, wenn globale und nationale Klimaziele erreicht werden sollen. Glücklicherweise stehen dabei eine Vielzahl von wirksamen Strategien und Technologien zur Verfügung, um den Sektor nachhaltiger zu gestalten.
Energieeffizienz als Grundpfeiler
Ein entscheidender Schritt zur Emissionsreduktion ist die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Dies umfasst die Optimierung der Wärmedämmung, den Einsatz effizienter Heizungs-, Kühlungs- und Belüftungssysteme sowie die Verwendung energieeffizienter Beleuchtung und Haushaltsgeräte.
Bei der Planung und Umsetzung energieeffizienter Gebäudetechnik können digitale Tools wie Trimble Nova unterstützen. Denn spezialisierte BIM-Software bietet in diesem Kontext eine Vielzahl von Funktionen, die eine ganzheitliche Abwicklung und die zeitgemäße Integration energetischer Maßnahmen bei komplexen Projekten ermöglicht.
Erneuerbare Energien nutzen
Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft in Gebäuden kann einen drastischen Beitrag zur Verringerung von CO₂-Emissionen im Gebäudesektor leisten. Photovoltaikanlagen auf Dächern, Windräder und innovative Energiespeicherlösungen ermöglichen eine nachhaltige Energieversorgung, die den Bedarf an fossilen Brennstoffen deutlich reduziert.
Nachhaltige Baumaterialien
Die Wahl der richtigen Baumaterialien ist eine weitere Stellschraube zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes in der Bauindustrie. Die Verwendung von klimafreundlichen Materialien wie Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, energieeffizient hergestelltem Beton und recycelbaren Baustoffen trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck von Gebäuden zu minimieren.
Gebäudeautomation und intelligente Technologien
Moderne Technologien wie intelligente Gebäudeautomationssysteme ermöglichen eine präzise Steuerung von Energieverbrauch und Raumklima. Diese Systeme können den Energieverbrauch in Gebäuden optimieren, indem sie Heizung, Kühlung und Beleuchtung an die tatsächlichen Bedürfnisse anpassen.
Aber bereits beim eigentlichen Bau von Gebäuden können digitale Instrumente wie Viewpoint For Projects die Umsetzungseffizienz mit nachhaltigeren Prozessen erhöhen. Die Software unterstützt mit digitalem Dokumentenmanagement und präziser Kosten- und Budgetkontrolle dabei, den Projektablauf optimieren, die Effektivität zu steigern und das Risiko von Fehlern und Verzögerungen zu reduzieren.
Die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Gebäudesektor erfordert eine koordinierte Anstrengung auf verschiedenen Ebenen. Von der Verbesserung der Energieeffizienz bis hin zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien und der Förderung nachhaltiger Baumaterialien gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um positive Veränderungen herbeizuführen.
Wie kann eine bessere Digitalisierung in der Baubranche bei der Dekarbonisierung unterstützen?
Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren nahezu alle Aspekte unseres Lebens durchdrungen, der Kampf gegen den Klimawandel bildet da keine Ausnahme. Sie ist aber kein Selbstzweck – die intelligente Integration digitaler Technologien kann insbesondere im Bauwesen einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung unseres Planeten und beim Bau von Gebäuden leisten.
Effiziente Planung und Konstruktion
Digitale Planungstools und Building Information Modeling (BIM) ermöglichen eine präzisere Planung und Konstruktion von Gebäuden. Dies führt zu einer Optimierung des Ressourceneinsatzes und reduziert Verschwendung, was letztlich die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor bereits während des Bauprozesses senkt.
Nachhaltige Baumaterialien und Lieferketten
Digitale Plattformen können zur Verfolgung von Baustoffen und -produkten entlang der Lieferkette eingesetzt werden. Dies ermöglicht die Identifizierung von nachhaltigen Materialien und die Reduzierung von Emissionen durch den effizienten Transport von Baustoffen.
Lebenszyklusmanagement von Gebäuden
Software unterstützt die Gebäudeverwaltung, von der Planung und Konstruktion über den Betrieb bis zur Sanierung oder Demontage. Das ermöglicht eine kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Gebäuden.
Schulung und Sensibilisierung
Digitalisierung verbindet. Eine gemeinsam genutzte Datenumgebung kann Bauleiter, Architekten und andere Fachleute in Nachhaltigkeitsaspekten und umweltfreundlichen Baupraktiken schulen. Dies trägt dazu bei, ein Bewusstsein für nachhaltiges Bauen zu schaffen – und damit die Umsetzung von Dekarbonisierungsstrategien zur Reduzierung von CO₂-Emissionen im Gebäudesektor zu fördern.