Computational Design oder data-driven Design wird in der Architektur schon lange eingesetzt. Doch auch bei Ingenieuren rückt dieser parametrische Designansatz zunehmend in den Fokus. Während Architekten die parametrische Modellierung nutzen, um komplexe geometrische Formen in den Entwürfen darstellen zu können, kann ein Ingenieur mit diesem Ansatz vielleicht einen weitaus größeren Nutzen für Kunden erzielen, weil Ressourcen wie Zeit und Geld anderweitig eingesetzt werden können.
Was ist Computational Design?
Computational Design wird die Baubranche in Zukunft stark verändern. Der computergestützte Entwurfsansatz nutzt eine Kombination aus Algorithmen und Parametern, um Herausforderungen im Entwurfsprozess zu lösen. So können beispielsweise die Modellierung von wiederkehrenden Elementen automatisiert und komplexe Geometrien leichter abgebildet werden. Softwareprogramme und Plug-Ins verwenden diese Informationen zusammen mit projektspezifischen Parametern, um Algorithmen zu erstellen, die Entwurfsmodelle generieren oder auch gesamte Berechnungen durchführen. Sobald die anfängliche Programmierung abgeschlossen ist, wird der Entwurf zu einem dynamischen und wiederholbaren Prozess, der dann immer wieder verwendet werden kann.
Die manuelle Konstruktion, so wie sie bisher gängig ist, schränkt die Anzahl der Entwurfsoptionen ein und kostet zudem viel Zeit und Ressourcen. Nach der Implementierung von Computational Design können diese Ressourcen anderweitig eingesetzt werden. Obwohl jedes Bauwerk einzigartig ist, sind die Prozesse dahinter, insbesondere der Tragwerksplanung, oft dieselben und deshalb bestens geeignet für die Automation. Auch der Tiefbau kann von Computational Design profitieren. Hier müssen oft strukturell komplexe Bauwerke wie Brücken und Tunnel modelliert werden, bei denen man mit manueller Modellierung schnell an Grenzen stößt.