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 Technik&mehr

Üblicherweise richten Bergsteigergruppen am Mt. Everest vier Lager 
ein, um sich zu akklimatisieren, auszuruhen, Nachschub zu sichern und 
sich für die nächste Etappe des Aufstiegs vorzubereiten. Nachdem 
Lageson und sein Geologenteam das Basislager in ca. 5.365 m Höhe 
eingerichtet hatten, legten sie ein geodätisches Festpunktnetz für 
die Gipfelvermessung und geologische Forschungen an. Auf dem 
Dach eines Teehauses in Gorak Shep, dem einzigen, kontinuierlich mit 
Strom versorgten Ort, etwa 4,5 km vom Basislager entfernt, bauten sie 
eine Trimble NetR9 GNSS-Basisstation auf.

Fast zwei Monate untersuchten Lageson und der Geologie-Doktorand 
Travis Corthouts systematisch die Geologie der Region während sie 
schrittweise dem Aufstieg der Bergsteiger folgten. Am Basislager 
erkundeten sie den Khumbu-Gletscher, zeichneten mit zwei Trimble 
Handhelds der Serie GeoExplorer® 6000 die Positionen besonderer 
Funde auf und sammelten Gesteinsproben für weitere Analysen. 
Sie nutzten die GNSS-Empfänger auch, um die Geschwindigkeit der 
Gletscherbewegung an verschiedenen Stellen zu messen.

Mit ihren geologischen Untersuchungen erreichten Lageson und 
Corthouts das 2. Lager, 6.706 m. Ab dieser Höhe trugen Sherpas 
die Trimble GNSS-Ausrüstung bis zum Gipfel und sammelten auch 
die Gesteinsproben.

“Sicher haben wir eine der umfangreichsten, jemals am Mount 
Everest zusammengetragenen Gesteinssammlungen mitgebracht”, 
sagt Lageson. “Die durchdachten, leicht tragbaren GNSS-Geräte 
gaben uns die Mobilität und Genauigkeit, um unsere Positionen und 
die der Entnahmestellen einfach festzulegen. Diese Informationen 
zusammen mit den Proben selbst werden eine große Hilfe für unsere 
Analyse des Mount Everest sein.”

Auf zur Spitze
Das Team aus fünf Kletterern und zwei Sherpas erreichte am 25. Mai 
den Gipfel. Starke Winde und unzählige andere Kletterer erschwerten 
das Aufstellen der Trimble R8 GNSS-Empfänger. Ein Sherpa stellte 
dann auf Felsgestein etwa 3 m senkrecht unterhalb des Gipfels einen 
R8 Empfänger auf, montierte darauf einen 1 m langen Stab und 
zeichnete über eine Stunde hinweg Daten auf, während der andere 
Sherpa Gesteinsproben sammelte. Obwohl die Messdaten nicht 
exakt vom Gipfel stammen, führte deren erste Auswertung zu einer 
Höhe von 8.846 m — und weicht damit nur um einige Dezimeter 
von früher ermittelten Höhen ab. Angesichts der an diesem Tag 
herrschenden Bedingungen auf dem Berg ist die Aufzeichnung 
dieser Daten doch ein Beleg für die Hartnäckigkeit und Stärke dieser 
erfahrenen Bergsteiger.

“Es gab nur ein Zeitfenster von wenigen Tagen, die sich zur 
Besteigung des Gipfels eigneten”, sagt Lageson. “Unser Team, 
zusätzlich GNSS-Ausrüstung tragend, hatte sich mit vielen anderen 
auseinanderzusetzen, die alle zur gleichen Zeit die gleiche Route 
bei extrem starkem Wind nehmen wollten. Trotz allem schaffte es 
das Team auf die Spitze. Die Sherpas Danuru und Jangbu taten ihr 
Bestes, um den GNSS-Empfänger im Gipfelgerangel aufzustellen. Eine 
Everest-Expedition ist ein kompliziertes Gleichgeweicht aus Können, 
Geschicklichkeit, Risiko und Glück.”

Vermessungsarbeiten im Gebirge sind für Alpinisten oft ein schmaler 
Grat, wenn sich Wissensdrang und Todesgefahr gegenüber stehen. 
Trotzdem, Berge werden weiterhin ihre Höhe verändern und 
Bergsteiger danach streben sie zu messen. Wo auch immer das sein 
wird, Trimble GNSS-Technologie wird dabei sein.

Siehe Sonderbeitrag in der Februar-Ausgabe des Magazins Professional 
Surveyor: www.profsurv.com

L: Corthouts (vorn) arbeitet mit dem Bergsteiger Conrad Anker daran, die Bewegung eines Granitblocks auf dem Khumbu-Gletscher zu verfolgen. Der Felsblock hatte 
sich innerhalb von zwei Wochen um 2,8 m bewegt. R: Im Basislager, Corthouts zeigt den Trimble R8 GNSS-Empfänger, der auf den Gipfel des Mt. Everest war. - Bilder 
mit freundlicher Genehmigung von Travis Corthouts.