-5- 

 Technik&mehr

S

elbst wenn Sie schon das Dach der Welt erklommen haben, wissen 
Sie möglicherweise nicht genau, wie hoch es tatsächlich ist. Denn 
die meisten der weltweit höchsten Berggipfel haben bis heute keine 

offiziellen Höhenangaben, über die Einigkeit herrscht. Selbst die Debatte um 
die wahre Höhe des Mount Everest, der lange Zeit als der höchste Berg der 
Welt galt, hält an.

Warum diese Unsicherheit? Es gibt keine offizielle internationale Stelle, die 
Gipfelmessungen überwacht oder widerstreitende Behauptungen regelt. 
Expeditionen zu Berggipfeln sind kostspielig, die Lokalisierung der höchsten 
freiliegenden Felsen und der Zugang zu ihnen für genaue Messungen ist 
problematisch, und letztere sind generell gefährlich — für Bergsteiger ist 
jeder Tag, an dem sie lebendig zurückkehren, ein guter Tag.

“Ich war selbst erstaunt, dass wir die exakte Höhe einiger dieser Berge 
nicht kennen”, sagt Damien Gildea, ein australischer Bergsteiger, Autor und 
Forscher, der schon mehr als 15 Jahre klettert. Gildea nutzte die Trimble GPS-
Technologie, um einige der höchsten Berge der Antarktis zu vermessen. Die 
von Gildea und seinem Team erfassten GPS-Daten halfen bei der Erstellung 
besserer Karten der Region, wozu auch Gildeas topografische Karte des 
Vinson-Massivs und der Sentinel-Kette im Maßstab 1:50.000 gehört. “Durch 
die bessere Zugänglichkeit und Qualität der GNSS-Technologie haben wir 
heute einen viel kenntnisreicheren Blick auf die Berge dieser Welt.”

Vemessung am unterem Rand der Welt
GPS-Technologie von Trimble kam bei einer Besteigung des Mt. Everest 
erstmals 1999 zum Einsatz. Ihre Nutzung zur Vermessung von Bergen weitete 
sich kontinuierlich aus, und sie ist inzwischen auf solchen Expeditionen 
so selbstverständlich wie Seile. “Wir sind Kletterer, keine Vermesser”, erklärt 
Gildea, “wir brauchen ein sehr leichtes System, das wir auf die Spitze 
eines Berges mitnehmen können”, und fügt hinzu, dass Robustheit und 
Bedienkomfort an erster Stelle bei den Anforderungen stehen. “Denn sobald 

Vermessung im Hochgebirge

Der Einsatz von GNSS-Technologie im Gebirge nimmt kontinuierlich  

zu und ist heute so selbstverständlich wie Seile

Technik&mehr

Technik&mehr

technology&more

Stephen Chaplin beim Abstieg vom Gipfel des Mt. Gardner (4573 m), dem vierthöchsten Berg der Antarktis. Im Hintergrund erstreckt sich die nördliche Sentinel-Kette. 
©Damien Gildea / www.antarcticmountains.com

Damien Gildea baut auf dem Gipfel des Mt. Shinn (4.660 m), dem 
dritthöchsten Berg der Antarktis, den Trimble 5700 GPS-Empfänger 
auf. Hinter ihm ist das Vinson-Massiv zu sehen. Foto von Rodrigo Fica.