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 Technik&mehr

Zur Übertragung dieses Referenznetzes auf die jeweilige 
Arbeitsebene wurden in jeder Decke oberhalb der Lotfußpunkte 
Öffnungen ausgespart, durch die per Zenithlaser die Referenzpunkte 
auf die jeweilige Arbeitsebene übertragen werden konnten. Durch 
die Lotungen wurden bei jedem fertig gestellten Stockwerk die 
Referenzpunkte auf die Oberkante der Betondecke übertragen. 

Die Lotungen wurden in einem möglichst verformungsneutralen 
Zustand vorgenommen, bei dem die Türme nicht der Deformation 
durch Sonneneinstrahlung, Winddruck oder durch Lasteinwirkungen 
von Kränen und Betonpumpen ausgesetzt waren. Dies bedeutete für 
die Messtrupps von Gemmer & Leber, schon morgens um 4.00 Uhr 
ihre Totalstationen zu schultern, damit die Lotungen beim Beginn der 
Bauarbeiten um 7.00 Uhr abgeschlossen waren.

Maßhaltige Stabilität
Um die notwendige Vorverformung einhalten zu können, mussten 
beim Abstecken jedes einzelnen Punktes die Verformungsparameter 
des jeweiligen Stockwerks berücksichtigt werden. Diese Parameter 
erhielten die Vermessungsingenieure vom technischen Büro der in 
Stuttgart ansässigen Ed. Züblin AG, die für die Konstruktion des EZB-
Projekts verantwortlich waren.

Den Ausgangspunkt bildete dabei ein CAD-Plan, der die Sollmaße 
des fertigen Gebäudes enthielt.

„Zu jeder Ebene gaben uns die Statiker Verformungsparameter wie 
Drehpunkte, Drehwinkel und Translationsvektoren vor“, erläutert Dipl.
Ing. Willi Almesberger die Vorgehensweise. „Diese Parameter haben 
wir dann auf die Messpunkte des CAD-Plans übertragen und damit 
den ursprünglichen Grundriss so verändert, dass die erwarteten 
Belastungsverformungen ausgeglichen wurden.“

Die aus dieser Anpassung resultierenden Bezugspunkte wurden aus 
dem CAD-Plan übernommen und in die Totalstationen eingegeben. 
Damit konnten nun an Deckenrändern, Stützen, Aussparungen oder 
den Betonkernen zahlreiche Messpunkte abgesteckt werden, die 
jeweils um das Maß der Vorverformung korrigiert worden waren.

Durch die Vorverformung wurde praktisch keine der etwa 25 Stützen 
pro Stockwerk exakt senkrecht gegossen. Jede Stütze wurde mit 
einer individuellen Neigung errichtet, und selbst Stützen, die im 
Endzustand gerade stehen sollten, mussten bisweilen um Beträge bis 
1,5 cm schräg gegossen werden.

Jede einzelne Stütze musste daher individuell eingemessen werden. 
Allerdings bezogen sich die Messpunkte, bei denen bereits die 
Verformungsparameter berücksichtigt waren, auf die Oberkante 
der nachfolgenden Betondecke. Dies bedeutete eine zusätzliche 
Herausforderung, denn zur Ausrichtung der Stützenschalungen waren 
in den Plänen die Kopfpunkte der Stützen angegeben, die jedoch erst 
nach Fertigstellung der 30 cm starken Decke real vorhanden waren.

Zeit und Aufwand wird gespart
“Um diese zunächst nur virtuellen Punkte dennoch abstecken und die 
Schalungen in die richtige Position bringen zu können, haben wir den 
Messmodus ‘3D-Achse’ der Totalstation genutzt“, erläutert Projektleiter 

Engelbreit. “Dieser Modus macht es möglich, unzugängliche virtuelle 
Punkte abzustecken, indem sie direkt in der Totalstation aus realen 
Punkten berechnet werden, die an der Schalung erreichbar sind.”

Diese Umrechnung hätte grundsätzlich auch am Schreibtisch 
erfolgen können, aber dies hätte einen zusätzlichen Arbeitsaufwand 
von ca. 24 Stunden pro Stockwerk nach sich gezogen. Dadurch hätten 
sich die Bauarbeiten beträchtlich verzögert, denn die einzelnen 
Arbeitsschritte waren eng miteinander verzahnt. Beispielsweise 
konnten sämtliche Betonierarbeiten erst nach dem Einmessen der 
Stützenschalungen durchgeführt werden. Verzögerungen bei den 
Vermessungsarbeiten hätten daher zwangsläufig zu Verzögerungen 
im gesamten Bauablauf geführt.

“Der EZB-Neubau war in jeder Hinsicht ein außergewöhnlich 
anspruchsvolles Projekt, mit ungewöhnlich hohen vermessungs-
technischen Anforderungen und einem knappen Zeitplan”, fasst 
Almesberger zusammen. “Dass wir dieses Projekt mit seinem 
enormen Umfang ohne nennenswerte Probleme bewältigen 
konnten, ist sowohl dem Einsatz unserer Teams als auch der 
hervorragenden Ausrüstung zu verdanken. Die Trimble Totalstationen 
haben uns die Arbeit erheblich erleichtert und uns mit durchdachten, 
praxistauglichen Funktionen viel Zeit und Messaufwand erspart. 
Damit haben sie auch geholfen, den Zeitplan einzuhalten und den 
Rohbau des EZB-Neubaus in der bestmöglichen Zeit fertigzustellen.”

Ein Vermesser nimmt Beobachtungen auf einer der oberen Ebenen des Gebäudes 
vor. Der Einsatz von zwei Instrumenten mit geringem Abstand zueinander erwies 
sich als effizienter Weg, redundante Messungen entlang der eng begrenzten 
Sichtlinien in dem Baukörper durchzuführen.