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Kreatives Design
Bei den Grundrissen des Doppel-Büroturms haben die Architekten 
alle gestalterischen Freiheiten genutzt: Der Nordturm, dessen Ostseite 
um 9° geneigt ist, weist einen ungewöhnlichen Grundriss auf. Er 
beginnt an der Basis als Rechteck mit einer Seitenlänge von 16x79 
m und wandelt sich bis zum 45. Stockwerk zu einem Trapez mit den 
Seitenlängen 8x59x25x56 m. Der Südturm dagegen durchläuft eine 
entgegengesetzte Entwicklung: Er beginnt an der Basis als Trapez 
mit den Seitenlängen 5x55x27x59 m und entwickelt sich bis zum 43. 
Stockwerk zu einem Rechteck mit den Seitenlängen 15x55 m.

Die besondere Architektur der Türme mit Schrägen, Auskragungen 
und der kontinuierlichen Grundrissänderung führt nicht nur dazu, 
dass das gesamte Bauwerk von unterschiedlichen Seiten völlig 
verschieden aussieht. Sie stellt auch höchste Ansprüche an die Arbeit 
der Vermessungsingenieure. 

Die Ingenieurgesellschaft Gemmer und Leber aus Werneck war 
verantwortlich für die Vermessungsarbeiten. „Ein Bauwerk mit 
einer solch außergewöhnlichen Architektur ist an sich schon eine 
Herausforderung für jeden Vermesser, aber beim EZB-Neubau 
kam noch eine besondere Schwierigkeit hinzu: Die Formgebung 
der beiden Türme führt dazu, dass die mit dem Baufortschritt 
zunehmenden Auflasten nicht nur zu der üblichen Setzung, sondern 
auch zu einer Kippung und zu einer Verdrehung der Türme führten“, 
erläutert Dipl.Ing. Willi Almesberger, der bei der Ingenieurgesellschaft 
Gemmer und Leber das Vermessungskonzept für den EZB-Neubau 
entwickelt hat.

„Diese unvermeidbaren Verformungen machten sich vor allem in den 
unteren Stockwerken bemerkbar und erreichten auf Ebene 25 einen 
maximalen Wert von 16 cm. Um sie auszugleichen und letztendlich 
ein maßhaltiges Bauwerk zu erhalten, musste das gesamte Gebäude 
gezielt entgegen den zu erwartenden Verformungen gebaut werden. 
Das Bauwerk wurde also beim Bau vorverformt, so dass es am Ende, 
wenn alle Belastungen wirken, zu einer Rückverformung kommt und 
die vorgegebenen Sollmaße erreicht werden.“

Die richtige Ausrüstung
Die komplexe Geometrie und die geforderte Messgenauigkeit 
von +/- 8mm im Bereich der Kerne, +/- 6mm bei den sonstigen 
Absteckungen und +/- 5mm bei der Ebenheit stellte für die 
Vermessung eine Herausforderung ersten Ranges dar. Die 
Ingenieurgesellschaft Gemmer und Leber setzte beim EZB-Neubau 
fünf kalibrierte Tachymeter des Typs Trimble S6 ein. Sie erreichen bei 
der Richtungsmessung eine Genauigkeit von 0,3 mgon, ermöglichen 
Distanzmessungen mit einer Genauigkeit von 2 mm+2 ppm und sind 
mit einem Kompensator ausgestattet, der Horizontierungsfehler bis 
auf eine Genauigkeit von 1,5 mgon ausgleicht.

„Die Totalstationen von Trimble sind sehr bedienfreundlich und weisen 
eine fast schon selbsterklärende Menüführung auf“, schildert Dipl.Ing. 
Bernhard Engelbreit, der als Projektleiter die Vermessungsarbeiten 
betreut hat. „Da es sich bei unseren Ausführungen um Robotic-
Totalstationen mit kabellosen TSC2-Bedieneinheiten handelt, 
konnten unsere Vermesser die Instrumente fast komplett aus der 
Ferne steuern. Das hat es uns erlaubt, direkt am jeweiligen Messpunkt 
zu sein.“ Damit wurde ein sehr zügiges Arbeiten möglich und die 
Vermessungsarbeiten konnten immer mit dem Baufortschritt 
mithalten. „Mit anderem Equipment wäre die Vorgabe, alle sechs 
Tage ein neues Stockwerk komplett fertigzustellen, nicht einzuhalten 
gewesen.“ 

Zunächst legte Engelbreits Team ein Baustellen-Koordinatensystem 
an. Dazu wurden zu Beginn der Bauarbeiten Bezugspunkte in 
Form fester Pfeiler festgelegt. Diese Referenzpunkte wurden 
später, als die Pfeiler im Zuge des Baufortschritts nicht mehr frei 
einsehbar waren, in den Bau hinein verlegt. Dazu richteten die 
Vermessungsingenieure vier Lotfußpunkte im Kellergeschoss des 
Südturms, sechs im Nordturm und vier im Atrium ein, die das neue 
Referenznetz bildeten. Das Koordinatensystem wurde am Achsraster 
der untersten Ebene ausgerichtet, wobei die Höhenkontrolle mittels 
Feinnivellement erfolgte.