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In den frühen 2000er Jahren startete China das Chang’e 
Mondexpeditionsprogramm, das sich aktuell in der dritten 
Phase, Chang’e 3 befindet (Chang’e ist die chinesischen Göttin 
des Mondes). Hauptziele von Chang’e 3 sind die Erkundung der 
Mondoberfläche und Sammlung und Analyse von Bodenproben, 
sowie die Übermittlung der Daten. Um dies zu erreichen laufen 
derzeit die Forschungsarbeiten zur Entwicklung eines unbemannten 
Mondfahrzeugs.

Das Mondfahrzeug ist Chinas höchstentwickelter Roboter, der 
vollkommen automatisch navigiert und funktioniert. Tagsüber 
wird er von der Sonne und nachts durch Atomkraft angetrieben. 
Tag und Nacht auf dem Mond dauern jeweils ca. 14 Erdentage. Bei 
Sonnenlicht steigt die Temperatur auf bis zu 150°C, ohne fällt sie auf 
ca. –200°C. Da Instrumente und Ausrüstung an Bord des Fahrzeugs 
für nominale Betriebstemperaturen zwischen –40°C und +40°C 
ausgelegt sind, müssen zur Funktionserhaltung Schutzsysteme und 
Temperaturregulierungen vorgesehen werden.

Im August 2011 machte sich das Team zur Forschung und Entwicklung 
des Mondfahrzeugs des Instituts für Elektronik der Chinesischen 
Akademie der Wissenschaften auf den Weg in die Tianmo-Wüste in 
der Provinz Hebei, 90 km von Beijing. Ziel war ein Funktionstest von 
Bodenradar und anderen Ausrüstungskomponenten des Fahrzeugs 
in Wüstengelände, das der Mondoberfläche in vieler Hinsicht 

ähnelt. Das Team sollte Daten erfassen und die Ergebnisse mit einer 
speziellen Software auswerten. Während der Radardatenerfassung 
wurden genaue Positionsinformationen in Echtzeit benötigt. 
Mit Unterstützung von Guangdong Qiao, Ingenieur bei der 
Beijing Mag Group, wurde ein Trimble R8 GNSS-System auf dem 
Testfahrzeug installiert, das Positionen sowohl im Echtzeit- als auch 
im Postprocessing-Modus erfasste und die Informationen an das 
Datenverarbeitungsterminal im Fahrzeug sendete.

Im Testaufbau wurden das Radargerät und andere Ausrüstungs-
komponenten zusammen mit dem Trimble R8, einer Trimble TSC2 
Kontrolleinheit und dem Datenverarbeitungsterminal auf einem 
Wagen befestigt, der das Mondfahrzeug simulierte (Abb. 1). Zur 
Stromversorgung dienten zwei Solarpaneele. Da der Wagen keinen 
Antrieb hatte, zog ihn ein Teammitglied — eine Herausforderung 
in der glühenden Mittagshitze und auf rauem Gelände. Die 
Lufttemperatur betrug dort 38°C, und die Oberflächentemperatur 
des Rovers und des Laptops stieg auf über 50°C.

Abbildung 2 zeigt die geografische Lage des Testgeländes und den 
zurückgelegten Weg. Die vom Trimble R8 System ausgegebenen 
Daten wurden mit der Trimble Business Center (TBC) Software 
verarbeitet. Die Ergebnisse wurden im KML-Format gespeichert 
undkonnten so in Google Earth importiert werden. 2D- und 
3D-Ansichten vom zurückgelegten Weg des Wagens, wie z.B. in 

Test für 

Mondbesuch 

— in China

D

er Mond fasziniert seit jeher — der nächste Nachbar am Firmament. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts war es so weit, die technologische 
Entwicklung bot verschiedenste Möglichkeiten den Mond zu erkunden: durch Teleskopfotografie, Radarbilder, Mond-Orbiter und 
Sonden — und schließlich den persönlichen Besuch. 

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Abbildung 1: Der Ingenieur Guangdong Qiao hilft beim Aufbau für den Simulationstest des Mondfahrzeugs in der chinesischen Tianmo-Wüste.