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E

in modernes Schiff ist ein hochtechnisiertes Wunderwerk. 
Von Supertankern über Containerschiffe bis zu luxuriösen 
Kreuzfahrtschiffen, die heutigen hochseetauglichen 

Schiffe sind größer, schneller und effizienter als je zuvor. Da 
der Schiffbau viele Menschen in verschiedenen Gewerben 
beschäftigt, ist er ein begehrter Industriezweig für die Wirtschaft 
eines Landes. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hatten Japan, 
China und Südkorea ein rasches Wachstum im Schiffbau zu 
verzeichnen und übertrafen darin schließlich die traditionellen 
Branchenführer in Europa und den USA. In Südkorea hat er 
inzwischen eine wirtschaftliche Schlüsselrolle eingenommen. 
Weltweit steht das Land schon seit Jahren an der Spitze der 
Schiffbauindustrie. Mehr als 37% des globalen Marktvolumens 
großer Schiffe lag 2011 bei Südkorea.

Der Schiffbaumarkt ist von einem intensiven Wettbewerb 
geprägt. Die Werften suchen ständig nach neuen Wegen, um 
die bautechnischen Abläufe und die Qualität zu verbessern. 
Eine der wichtigsten Neuerungen auf diesem Gebiet war die 
Einführung der Blockbauweise.

Über Jahrhunderte wurden Schiffe an einem einzigen Ort 
zusammengebaut, wobei sich der Bau vom Kiel beginnend 
nach oben zu den Schiffsdecks und den Aufbauten vollzog. Bei 
der Blockbauweise wird das Schiff aus großen Abschnitten oder 
“Blöcken” zusammengefügt. In den Blöcken werden die Decks 
angelegt und Bauteile montiert, einschließlich des Schiffsrumpfs 
und der Aufbauten. Auf der Werft werden sie an verschiedenen 
Orten bestückt, im Baudock in Position gebracht und dann 
mit dem Schiff verbunden. Seit der gesamte Querschnitt des 
Schiffes aus Blöcken besteht, lassen sich viele innenliegende 
Teile leichter einbauen. In der modernen Bauweise können 
Rohre, Kabeltrassen, Versorgungsleitungen und andere 
Ausstattungen bereits in die Blöcke integriert werden. Durch die 

Montage möglichst vieler Komponenten während des Aufbaus 
der Blöcke kann die Werft den Zeit- und Arbeitsaufwand für die 
Endmontage des Schiffs senken.

Der hohe Fertigungsgrad innerhalb der Blöcke hat jedoch seinen 
Preis. Die Werften müssen dafür sorgen, dass Dutzende von 
Einbauten und Befestigungspunkten sich an der richtigen Stelle 
befinden. Beim Zusammenfügen der einzelnen Blöcke kann 
jede Abweichung zu teuren Verzögerungen und Nacharbeiten 
führen. Zur Vorbeugung müssen die Schiffbauer zahlreiche 
Messungen vornehmen, um die Form eines Blocks und die 
Position seiner Komponenten zu erfassen und zu analysieren.

Über Jahre wurde dies manuell umgesetzt. Mit Messbändern, 
Rechnern und analogen Werkzeugen ermittelten die Arbeiter 
die Blockabmaße. Oft waren Punkte schwer zu erreichen, so 
dass sie für die notwendigen Messungen an den Blöcken 
hochkletterten — ein langsames und gefährliches Arbeiten. Als 
Totalstationen im Markt eingeführt wurden, sahen Schiffbauer 
eine Möglichkeit für signifikante Verbesserungen in Produktivität 
und Sicherheit. Zu den innovativsten Unternehmen gehört 
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering (DSME), einer der 
größten Schiffbauer Südkoreas.

Am Unternehmensstandort auf der Geoje-Insel baut DSME 
unter anderem riesige Containerschiffe, Tanker und Erzfrachter 
sowie Schiffe zur Beförderung von flüssigem Erdgas, Autos und 
Passagieren. DSME war der erste große Schiffbauer, der bei der 
Blockfertigung und -montage Totalstationen einsetzte. Aber 
auch dieser Fortschritt war noch optimierfähig.

Die Arbeiter mussten immer noch auf die Blöcke klettern, 
um reflektierende Ziele anzubringen, und die Bediener der 
Totalstationen benötigten externe Geräte (üblicherweise Tablet-

Die 

Vorzeige-

branche

Innovative Vermessung hilft 

koreanischen Schiffbauern am 

Ball zu bleiben

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