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 Technik&mehr

stützt sich das neue Modell auf GIS-Techniken in der Datenverwaltung 
— unter Wahrung der für Liegenschaftsvermarkungen und 
-merkmale geforderten hohen Positionsgenauigkeit. Dabei 
verwendet ALKIS dieselbe Datenstruktur wie das Amtliche 
Topografisch-Kartografische Informationssystem ATKIS®, das eine 
direkte Interaktion zwischen Liegenschafts- und topografischen 
Informationen ermöglicht. Ein drittes amtliches Informationssystem 
namens AFIS® verwaltet Daten über die geodätischen Festpunkte 
Deutschlands. Unter dem Namen “AAA Initiative” werden die drei 
Systeme nun schrittweise in einem integrierten Informationsmodell 
zusammengeführt.

Die Definition der ALKIS-Datenbank erwies sich als beachtliche 
Aufgabe. Das ALKIS-Modell erfordert eine einheitliche 
Datenstruktur, aber die Daten aller Bundesländer sollten 
gleichermaßen übernommen werden. Trotz eines hohen Maßes 
an Standardisierung (z.B. bei Koordinatensystemen) hatte jedes 
Bundesland eigene Anforderungen zur Erfassung und Verwaltung 
der Liegenschaftsdaten und des zugehörigen Berichtswesens. 
Obwohl ALKIS die lokalen Standards erhalten konnte, ist der Weg zu 
einem neuen Katastersystem steinig.

Größtenteils entfiel die Umstellung auf die in Deutschland 
genutzten Feld- und Bürosoftwarepakete. Die in Braunschweig 
ansässige HHK Datentechnik GmbH entwickelte Software, die 
die Vermessungsingenieure im Katasterwesen und anderen 
Anwendungen unterstützen. Norbert Sperhake vom Technischen 
Support bei HHK sagt, der Aufwand für die Vermesser vor Ort sei 
machbar. “Die Vermessungsfirmen müssen die Auswirkungen der 
Veränderung auf den Außendienst verringern”, sagt er. “Räumlich 
begrenzte Vorschriften und Verfahren werden nicht viel ändern. Es 
gibt ein paar Eingriffe bei den Attribut- und Wertnamen, aber dies ist 
in der Regel leicht zu bewältigen.”

Die Vorteile von ALKIS reichen weit über die technischen Aspekte 
hinaus. Beispielsweise wird ein Vermessungsingenieur beim 
Hausbau wie gewohnt die Position des Gebäudes erfassen. 
Zusätzlich, um den ALKIS-Anforderungen gerecht zu werden, 

nimmt er auch die Adresse, die Bauart (Holz, Mauerziegel, usw.) und 
die Anzahl der Stockwerke auf. Außerdem könnte er Informationen 
über die Eigentumsverhältnisse und die Anzahl der Hausparteien 
aufnehmen. Auch Fotos und andere Notizen könnten die 
Messungen vor Ort ergänzen.

Die ALKIS Datenbeschaffung — oder ein anderes Katastersystem 
— erfordert von den Messtrupps das Einhalten bestimmter 
Messverfahren, damit die Positionsgenauigkeiten den 
Spezifikationen entsprechen. Mit der Trimble Business Center 
Software können Code-Bibliotheken definiert werden, die den 
Messtrupps als Leitfaden für die zu erfassenden Informationen 
dient. Die erstellten Bibliotheken stehen über die Trimble Access 
Feldsoftware auf allen Trimble Bedieneinheiten und GIS-Handhelds 
von Trimble zur Verfügung. Nach der Messung werden die Daten in 
Trimble Business Center eingespeist, analysiert und je nach Bedarf 
ausgeglichen. Anschließend können die Ergebnisse mittels Shape 
files oder einer Reihe von Standard- oder benutzerdefinierten 
Formaten in Liegenschafts- und Landinformationssysteme 
transferiert werden.

Während die neuen Katastersysteme zusätzliche Geschäftsfelder 
eröffnen, bringen sie auch interessante Herausforderungen mit 
sich. Der Umfang und die Komplexität der zu erfassenden und zu 
verwaltenden Daten vergrößert sich, und dies ohne Abstriche bei 
der geforderten Genauigkeit. Der Wert der Katasterinformationen 
kann sich in Mehreinnahmen für den höheren Arbeitsaufwand 
ausdrücken. Dies wiederum erfordert eine steigende Effizienz 
bei der Arbeitsweise von Außen- und Innendienst. “Die 
Informationsbeschaffung für die neuen Katastersysteme umfasst 
Arbeitsabläufe für Zwecke der Vermessung und der Geoinformation”, 
sagt Sperhake. “Die Datenerfassung im Feld ist der Schlüssel zu 
Genauigkeit und Rentabilität. Die effektivsten Firmen werden im 
Feld und im Büro Mitarbeiter haben, die beides beherrschen.”

Siehe Sonderbeitrag in der Oktober-Ausgabe (2012) des Magazins POB 
(Point of Beginning): www.pobonline.com