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S

tellen Sie sich folgendes Szenario vor: auf Kundenanfrage führt 
ein Vermessungsingenieur eine Grundstücksvermessung 
durch und erstellt auf Papier eine Karte von dem Grundstück 

einschließlich seiner Abmessungen und Veränderungen. Diese 
Karte, oft wegen Grunderwerb oder anderen Finanztransaktion 
generiert, könnte Informationen enthalten, die für angrenzende 
Grundstücke und deren Eigentümer von Nutzen sind. Und während 
manche Katasterinformationen zu dem Grundstück, wie z.B. 
Eigentumsverhältnisse, Größe und Belastungen, öffentlich einsehbar 
sind, werden viele andere nie für jemand anders zugänglich sein.

Grundbücher werden zunehmend in digitaler Form geführt, so dass 
die Zeit von Papierkarten und Recherchen in alten Aufzeichnungen 
langsam ausläuft. Aber gescannte Dokumente oder CAD-Dateien 
bieten, selbst wenn sie online verfügbar sind, nicht mehr Informationen 
als die Originalkarte. Bleibt als einziger Vorzug der einfache Zugang. 
Die nächste Stufe der Entwicklung besteht in der Veränderung von 
Beschaffenheit und Umfang der Katasterinformation selbst.

Diese Veränderung wird durch die wachsende Zahl von Nutzern 
und Anwendungen für Kataster- und landbezogene Informationen 
vorangetrieben. Lokale, regionale und nationale staatliche Stellen 
haben den Wert elektronisch gespeicherter Daten erkannt und 
bewegen sich schnell ins digitale Zeitalter. Es ist ein revolutionärer 
Schritt, der die Tür zu weiteren Neuerungen in Erfassung, Verwaltung 
und Nutzung von Katasterinformationen geöffnet hat.

Zur Veränderung gehört, den Unterschied zwischen Karten und 
Datenbanken zu verstehen. Vermessungsfachleute, die Katasterdaten 
erfassen und verwalten, müssen sie als objektorientierte Daten 
wahrnehmen. Denn statt einfach Messpunkte und Linien bzw. Karten 
und Protokolle zu liefern, können Vermessungsingenieure intelligente 
Objekte mit inhaltlich tiefer gehenden Daten bereitstellen. Die 
Implementierung dieses Ansatzes bringt im Katasterdatenmanagement 
einige Herausforderungen mit sich. Doch obwohl dies viele Bereiche 
des vermessungstechnischen Arbeitsablaufs berührt, lässt es sich leicht 
bewältigen. Die aufwändigsten Aufgaben sind auf administrativer 
Seite und in den Datenbanken zu finden, wo die über Jahrzehnte (oder 
Jahrhunderte!) gesammelten Daten in einen zusammenhängenden, 
widerspruchsfreien Informationsbestand überführt werden müssen. In 
vielen Regionen ist der Wandel bereits im Gange, und Deutschland ist 
dabei führend.

Im Jahr 1997 begann Deutschland ein Liegenschaftsmodell zu 
entwickeln, das alle 16 Bundesländer abdecken sollte. Bekannt als ALKIS®, 

Neues im Katasterwesen

Ganzheitliche Katastersysteme sorgen für Wert- und Effizienzsteigerung 

in der Boden- und Liegenschaftsverwaltung